"Erfahrung" mit Dunlop

Wie schon an anderer Stelle erwähnt konnten Frank und ich am 16.05.2017 an einem von Dunlop organisierten Reifen-Testtag teilnehmen. Da ich mir für 2017 selbst „mehr Moped-KM als in 2016“ verordnet habe, und - kaum auf der Straße angekommen - die ersten negativen Erfahrungen mit dem OEM-Supercorsa bei moderater Außentemperatur machte (der Reifen funktioniert auf der Rennstrecke richtig gut, aber im Frühling auf der Straße meiner Meinung nach eher nicht ganz so optimal) habe ich meine Brutale mit dem Rosso III bestückt. Ich dachte „…bleib‘ mal einfach bei der Marke, da machste nichts verkehrt…“. Da man aber dennoch immer Neugierig ist (und dies auch sein muss) kam die Einladung von Dunlop zum Reifentesttag wie gerufen. Kurzerhand zugesagt und gefreut auf den Termin.


Der Plan sah dann vor meine Brutale nach einem Trackday an dem ich eine Woche vorher auf dem Sachsenring teilnahm mit dem Dunlop SportSmart²Max auszustatten, um dann zum Veranstaltungsort nach Marktheidenfeld zu reisen, und die Dunlops bei einer geführten Ausfahrt auf Herz und Nieren zu prüfen. So macht man das eigentlich,
wenn man allerdings eines dieser unglaublich schönen Motorräder aus Varese fährt, funktionieren Pläne gelegentlich nicht ganz so wie gedacht. Soll heißen: Seit der Veranstaltung am Sachsenring stand meine Brutale beim sich um Ersatzteile bemühenden Dealer. Radlager sind mittlerweile aufgetrieben und eingebaut, allerdings gibt es für den weiter im Rückstand befindlichen Öldruckschalter nicht im Ansatz einen Liefertermin. Schade, aber nicht zu ändern.

Um nun aber dennoch an dem Testtag teilnehmen, und einen Eindruck vom neuen Dunlop SportSmart²Max einsammeln zu können, habe ich vom Angebot der Leihstellung verschiedener Motorräder aus dem wirklich respektablen Fuhrpark Gebrauch gemacht.





Zu Beginn des Testtages wurde den Teilnehmern die 2017er Dunlop-Produktpalette präsentiert. Ich gewann den Eindruck, dass Dunlop für jeden Einsatzzweck, jedes Motorrad und auch für jedes Budget einen entsprechenden Reifen zur Verfügung hat. Für unsere Einsatzzwecke sind im Wesentlichen 2 Reifen relevant. Für die sehr sportlich aufgeladenen Track-Piloten ist das der „Dunlop GP Racer D212“, und für diejenigen die zwar auch sportlich, aber eben hauptsächlich auf der Straße unterwegs sind, der „Dunlop SportSmart²Max“.






Da ich mich eher zu den Zweiten zähle, bin ich im Verlauf des Tages mit diesem Reifen ausgestattete Motorräder gefahren.

Nach den gegebenen Basis-Informationen wurden 5-6 Mann starke Gruppen gebildet, die dann einen Guide verpasst bekamen, und es ging los mit der richtig gut organisierten, geführten Tour durch den Spessart.
Es gab in Summe 4 Fahrteile die jeweils eine Strecke zwischen 60 und 80 KM beinhalteten. Man hatte also ausreichend Zeit, um zumindest ein wenig Vertrauen ins unbekannte Moped aufzubauen. Auf der sprichwörtlich „letzten Rille“ ist man da natürlich nicht unterwegs, aber das spart man sich ja eh besser für die Rennstrecke auf.


Als erstes habe ich mir also eine KTM 1290 Superduke reserviert und den ersten Teil der Tour damit absolviert. Bereits nach wenigen Kilometern mit dem „Ding“ fühlte sich das Teil zwar immer noch wie eine fahrende Rüttelplatte an, aber ich kam erstaunlich gut zurecht mit der Baumaschine. Dass das auch auf das Konto der Bereifung ging ist vorstellbar.


Der Dunlop SportSmart²Max funktionierte von Beginn an sehr gut, egal in welcher Fahrsituation. Die ersten Meter innerorts bei kaltem Reifen, sowie die ersten Kurven außerorts vermittelten mir einen sicheren, stabilen und angenehmen Eindruck. Es ist schwierig zu beschreiben, da es sich ja um Empfindung handelt und diese immer subjektiv ist. Ich habe mich wohl gefühlt auf dem Reifen (nur an die Kultur der Maschine möchte ich mich nicht so wirklich gewöhnen; okay das Ding schiebt sowas von an, aber was nutzt es dir wenn du nach 50KM gefühlt selbst zum Vibrator wirst). Wichtig aber zu sagen dass der Reifen den Anschub richtig gut übertragen hat.


Spaß hat’s auf jeden Fall gemacht.




Gefahren bin in danach neben der Yamaha XSR600 noch den ein oder anderen Tourer und - ja - auch was grundsolides aus Bayern.



Der Spaßfaktor war aber in der Tat auf der Baumaschine am größten. Auf dem Ding konnte ich den Dunlop SportSmart²Max zumindest ein wenig fordern, natürlich ohne irgendetwas auszureizen oder es zu übertreiben. Dieses Niveau hat der Reifen anstandslos mitgemacht und ich bin neugierig geworden, wie sich dieses Gummi denn wohl auf der Brutale machen wird. Testen werde ich das auf jeden Fall.